Sehbehinderte

 

Übersicht

Fachberatung bei Fragen zur Orientierung und Mobilität Sehbehinderter

Die Anwendung und Beurteilung einiger, in der SIA 500 und der SN 640 075 "Hindernisfreier Verkehrsraum" aufgeführter Massnahmen, erfordert ein spezialisiertes Fachwissen aus dem Bereich der Orientierung und Mobilität (O+M) von Menschen mit Sehbehinderung. Bei einzelnen der Massnahmen, wird in den Normen selbst das Beiziehen spezialisierter Fachpersonen empfohlen.

Derartige Massnahmen sind beispielsweise:

  • taktil-visuellen Markierungen und Leitliniensysteme
  • taktile Führungselemente: Beurteilung von Form, Beschaffenheit, taktilem Kontrast und Führungsqualität
  • Ausstattung von Lichtsignalanlagen mit akustischen Signalen und taktil-visuellen Markierungen
  • Beleuchtung von Treppen, Unterführungen, Arbeitsplätzen für Sehbehinderte
  • Markierung von Glasflächen, Treppenstufen, etc
  • seh- und hörbehindertengerechte Informations- und Leitsysteme

 



Liste der Fachpersonen für Fragen zu O+M nach Kantonen
Bild zu Beitrag:321

 

Taktile Beschriftung

In den Normen SIA 500 «Hindernisfreie Bauten» und SN 640 075 «Hindernisfreier Verkehrsraum» wird geregelt, welche Beschriftungen taktil erfassbar ausgeführt werden müssen. Es sind dies beispielsweise Stockwerkzeichnungen, Handlaufbeschriftungen, Kennzeichnungen geschlechtergetrennter Räume, Beschriftungen in Verbindung mit taktil-visuellen Leitliniensystemen.

Die Ausführung von Reliefschriften muss einige Qualitätsanforderungen erfüllen damit diese leicht ertastbar und lesbar sind. Die Anforderungen sind in der Norm SIA 500 detailliert aufgeführt. Die wichtigsten Anforderungen sowie Adressen von Firmen, welche solche Produkte anbieten finden Sie in der nachfolgenden Adressliste. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Hinweise auf weitere Produkte nehmen wir gerne entgegen.



303_PDF_Adressliste_taktile_Beschriftungen.pdf
Bild zu Beitrag:303

 

Richtlinien zur Planung und Bestimmung visueller Kontraste

Visuelle Kontraste sind eine unabdingbare Voraussetzung für das Sehen. Sie haben für Menschen mit Sehbehinderung eine herausragende Bedeutung.

 

Mit der Publikation der SIA 500 «Hindernisfreie Bauten» wurden erstmals für die Schweiz konkrete Anforderungen an visuelle Kontraste baulicher Elemente festgelegt und Mindestkontrastwerte eingeführt. Die neuen «Richtlinien zur Planung und Bestimmung visueller Kontraste» dienen Planenden, Bauverantwortlichen und Bewilligungsbehörden als Hilfsmittel für die Umsetzung dieser Kontrastanforderungen. Sie erläutern die verschiedenen Einflüsse auf das Kontrastsehen und die Instrumente, welche für die Planung und Bestimmung visueller Kontraste zur Verfügung stehen.

 

Die zusätzlichen technischen Informationen und Kontaktadressen, welche in den Richtlinien erwähnt sind, können mit dem folgendem Link herunter geladen werden.



Kontaktpersonen für Kontrastmessungen / Bezugsquellen für Messgeräte und Farbsysteme
Bild zu Beitrag:252

 

Eva Schmidt mit Weissem Stock ausgezeichnet

Die stellvertretende Geschäftsführerin und Expertin für das sehbehindertengerechte Bauen, Eva Schmidt, ist anlässlich des Tages des Weissen Stocks am 15. Oktober 2015 für ihr Engagement bei der Entwicklung des Leitliniensystems ausgezeichnet worden. Urs Lüscher, Präsident der Sektion Zürich des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, hat ihr als Dank für ihre wegweisende Arbeit einen Weissen Stock aus Schokolade und Marzipan überreicht. Die öffentliche Preisübergabe unterstreicht die Bedeutung, welche die Tätigkeit der Schweizerischen Fachstelle für behindertengerechtes Bauen für Menschen mit Sehbehinderung hat.

 

Eva Schmidt ist eine international anerkannte Expertin. Sie hat 1995 zusammen mit den SBB im Hauptbahnhof Zürich verschiedene Materialien und Strukturen mit rund hundert sehbehinderten und blinden Menschen getestet und evaluiert. Daraus wurde das Leitliniensystem entwickelt, das nun seit zwanzig Jahren erfolgreich in der ganzen Schweiz eingesetzt wird. Eine Norm regelt inzwischen, wie diese taktil-visuellen Markierungen aussehen müssen. Die Linien lassen sich sehr einfach mit einer etwa 5 mm dicken Markierungsfarbe auftragen.

 

Interview mit Eva Schmidt auf "Schweiz aktuell"

 

Kurzfilm: Aus dem Reisealltag eines Sehbehinderten



Leitlinien im Bahnhof - der Konflikt mit den Vorgaben des Bundes
Bild zu Beitrag:304

 

Umfrage Leitliniensystem Hauptbahnhof Zürich

Im Zusammenhang mit dem Bau der Durchmesserlinie und mit dem neuen Bahnhof Löwenstrasse werden die Umsteigebeziehungen im Hauptbahnhof Zürich noch einmal komplexer und vielfältiger. Um die Orientierung für Menschen mit Sehbehinderung zu gewährleisten wird das bestehende Leitliniensystem ergänzt.

Aus diesem Anlass haben wir betroffene Personen über ihre Erfahrungen mit dem Leitliniensystem im Hauptbahnhof Zürich befragt. Die Resultate der Befragung wurden bei den Planungsverantwortlichen der SBB eingegeben. Die Ergänzung des Leitliniensystems und die Einbindung des neuen Bahnhofs Löwenstrasse und der Passage Gessnerallee sind in Planung.

Die Umfrageresultate machen deutlich, wie wichtig das Leitliniensystem für die Orientierung im Hauptbahnhof Zürich ist, und dass es regelmässig genutzt wird.



175_PDF_AuswertungUmfrage_LeitliniensystemHBZ.pdf

 

Merkblatt 18 Hindernisfreie Gehflächen

Das im Februar 2012 publizierte Merkblatt 18 "Hindernisfreie Gehflächen" erläutert die Anforderungen an Gestalt und Anordnung von Ausstattungselementen auf Gehflächen. Es nimmt Bezug zum Kapitel 3.4.4 "Hindernisse" der SIA 500 sowie zur VSS-Norm SN 640 070 "Fussgängerverkehr". Das Merkblatt erläutert sowohl die Anforderungen an Dimension und Lage freier Gehflächen als auch an die Gestalt und Markierung von Ausstattungselementen wie Plakatträger, Informationsträger, Pfosten, Schilder usw. damit diese Objekte für Menschen mit Sehbehinderung keine Gefahr darstellen.



Merkblatt 18 Hindernisfreie Gehflächen
Bild zu Beitrag:168

 

Sonderdruck aus «Strasse und Verkehr»

Aus Anlass des Abschlusses der Forschungsarbeit Hindernisfreier Verkehrsraum ist in der offiziellen Zeitschrift des Schweizerischen Verbandes der Strassen- und Verkehrsfachleute VSS, Ausgabe 11/2010 ein Artikel zum Thema "Hindernisfreie Verkehrsräume" erschienen. Dieser Artikel kann bei unserer Fachstelle als Sonderdruck bestellt werden.



Artikel Hindernisfreie Verkehrsräume
Bild zu Beitrag:94

 

Revidiertes Merkblatt 15/11

Das Merkblatt 15 „Fussgänger-Lichtsignale: Akustische und taktile Signale für blinde und sehbehinderte Fussgänger“ wurde überarbeitet.

Seit Inkrafttreten des BehiG wurden in verschiedenen Städten und Kantonen systematisch Fussgänger-Lichtsignale mit Zusatzsignalen für Sehbehinderte ausgerüstet. In der Praxis zeigt sich, dass eine flächendeckende Einführung von akustischen Signalen im Dauerbetrieb wie dies die Fachkommission 2005 im Merkblatt 15 als Ausstattungsstandard festgelegt hatte nicht durchsetzbar ist. Andererseits ist es für Sehbehinderte sehr wichtig, dass die Signale und deren Auslösung in der ganzen Schweiz einheitlich funktionieren. Die Fachkommission hat die Erfahrungen der letzten Jahre ausgewertet und das Merkblatt 15 überarbeitet. Die neu erarbeitete Standardlösung ist für die Betroffenen einheitlich anzuwenden und kann in allen Situationen eingesetzt werden.

Jedes Fussgänger-Lichtsignal soll über ein taktiles Signal verfügen. An Standorten wo die Orientierung besonders anspruchsvoll ist, sollen zusätzlich akustische Signale eingesetzt werden. Über einen speziellen Blindendrücker werden gleichzeitig die Grünphase und alle für Sehbehinderte angebrachten Zusatzsignale ausgelöst. Der Blindendrücker kann weitere Funktionen erfüllen wie z.B. eine Phasenverlängerung. Wird der Blindendrücker an der Unterseite des Geräts betätigt, werden mit dieser einen Handlung sämtliche vorhandenen Signale und Eingriffe in die Signalsteuerung ausgelöst, welche notwendig sind damit Sehbehinderte sicher queren können. Diese Funktion ist jederzeit verfügbar und bedingt kein individuelles Hilfsmittel. Optional kann auch in Zukunft eine Fernauslösung angebracht werden welche vor allem für Ortskundige sinnvoll ist.

Derzeit wird die Signalisationsverordnung SSV revidiert. Künftig wird darin klar festgehalten sein, dass Lichtsignalanlagen für Fussgängerinnen und Fussgänger mit akustischen oder taktilen Vorrichtungen für Sehbehinderte zu ergänzen sind. Für die Anpassung der Lichtsignalanlagen an die revidierte Verordnung wird eine Umsetzungsfrist festgelegt. Damit Kantone und Gemeinden wissen welche Signale wie installiert werden sollen ist der neue Ausstattungsstandard von entscheidender Bedeutung. Er dient aber auch als Diskussionsgrundlage für die Aufnahme der Anforderungen ins VSS Normenwerk. Bis zum Inkrafttreten der neuen Signalisationsverordnung wird unser Merkblatt 15 als Vorabzug mit Verweis auf die jetzige Bundesregelung zur Verfügung gestellt.



Merkblatt 15/11 "Fussgänger-Lichtsignale", Vorabzug
Bild zu Beitrag:48

 

Forschungsprojekt Hindernisfreier Verkehrsraum

Mit der Forschungsarbeit VSS 2008/201 „Hindernisfreier Verkehrsraum - Anforderungen aus der Sicht von Menschen mit Behinderung“ hat das Ingenieurbüro Pestalozzi & Stäheli, Basel in Zusammenarbeit mit unserer Fachstelle im Auftrag des ASTRA die Grundlagen für eine neue Norm erarbeitet. Die neue VSS Norm soll für den Bereich Strassenverkehr die SN 521 500 Ausgabe 1988 ablösen.

Mit einer Literaturrecherche wurden die neusten Erkenntnisse aus dem In- und Ausland zu diesem Querschnitthema zusammengetragen und in der Begleitkommission sowie in Expertenrunden diskutiert. Gleichzeitig wurden die bestehenden VSS Normen analysiert und ein Katalog mit Korrekturen und Ergänzungen erarbeitet. Der 240-seitige Forschungsbericht gibt umfassende Informationen über den derzeitigen Stand der Diskussion. Er schlägt ein Normkonzept für den Einbezug des Hindernisfreien Bauens ins VSS Normenwerk vor und formuliert die grundlegenden Anforderungen für die neu zu erstellende Grundnorm. Diese soll künftig analog der SIA 500 für Hochbauten die Anforderungen für einen Hindernisfreien Verkehrsraum definieren.

Der Forschungsbericht Nr. 1308 kann dank der Unterstützung des EBGB bei der Fachstelle kostenlos bezogen werden.



Forschungsbericht VSS Nr. 1308
Bild zu Beitrag:76

 

Evaluation der Markierung von Trottoirüberfahrten

Im Oktober 2010 und im Februar 2011 wurden an der Seefeldstrasse in Zürich Tests mit blinden und sehbehinderten Personen durchgeführt mit dem Ziel, den Nutzen der taktil-visuellen Markierung von Trottoirüberfahrten zu beurteilen.

Das Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 24. November 2009 den Grundsatz gestützt dass Trottoirüberfahrten für Sehbehinderte zu kennzeichnen sind. Die Schweizerische Fachkommission für blinden- und sehbehindertengerechtes Bauen schlägt vor Trottoirüberfahrten mit einem taktil-visuellen Leitliniensystem zu markieren. Das System besteht aus zwei Aufmerksamkeitsfeldern an Beginn und Ende der Trottoirüberfahrt die mit einer Leitlinie verbunden sind.

Im Auftrag des Bundesamts für Strassen ASTRA wurde die Wirkung der vorgeschlagenen Lösung auf alle Verkehrsteilnehmenden sowie deren Nutzen für Menschen mit Sehbehinderung evaluiert. Mit Videobeobachtungen sollte festgestellt werden, ob sich das Verhalten des rollenden Verkehrs und der Fussgängerinnen und Fussgänger, insbesondere auch von Kindern, mit der taktil-visuellen Markierung verändert. Parallel zu den Videobeobachtungen, welche über je eine Woche vor bzw. nach Anbringung der Markierungen durchgeführt wurden, haben Tests mit Sehbehinderten stattgefunden. Diese sollten aufzeigen, ob die taktil-visuellen Markierungen richtig interpretiert werden können und ob sie die Sicherheit und Orientierung für Sehbehinderte verbessern.

Die Testresultate zeigen deutlich, dass die Kennzeichnung der Trottoirüberfahrten mit taktil-visuellen Markierungen die Sicherheit und Orientierung von Menschen mit Sehbehinderung verbessern. Die Querstrassen können dadurch rechtzeitig erkannt werden und die Testpersonen ohne Probleme bei der vierten Querstrasse links einbiegen. Die Kombination von Aufmerksamkeitsfeldern und Leitlinie wurde dabei positiv beurteilt. Der Kontrast der weissen Markierung ergibt zudem visuell einen hohen Nutzen für die Orientierung Sehbehinderter mit dem Restsehvermögen. Markiert werden sollen alle Überfahrten über Querstrassen die im Stadtplan mit Strassennamen aufgeführt sind.



Evaluation Trottoirüberfahrten: Markierung für Sehbehinderte
Bild zu Beitrag:97

 

Erfolg vor Bundesgericht, BGE 1C_280/2009

Mit einer Einsprache hat unsere Fachstelle gestützt auf die SN 521 500/1988 beim Projekt Seefeldstrasse Zürich ertastbare Randabschlüsse bei Veloauffahrten und Trottoirüberfahrten sowie eine ertastbare Kennzeichnung der Trottoirüberfahrten gefordert. Der ertastbare Randabschluss bei Veloauffahrten wurde bereits in erster Instanz unbestritten akzeptiert. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts zu Gunsten der Hindernisfreiheit von Trottoirüberfahrten wurde von der Stadt Zürich ans Bundesgericht weiter gezogen. Erstmals liegt nun ein Entscheid auf höchster Ebene vor, der sich mit der baulichen Gestaltung des Strassenraums befasst:


Absatz zwischen Fussgängerbereich und Fahrbahn:
Das Bundesgericht kommt zum Schluss, dass von der in der Norm SN 521 500 verlangten Trennung von Fussgängerbereich und Fahrbahn durch einen ununterbrochenen Absatz von mindestens 3 cm Höhe nur aus „wichtigen Gründen“ abgewichen werden dürfe. Dies sei namentlich der Fall, wenn neuere technische Entwicklungen eine Lösung ermöglichten, mit welcher die Ziele der Norm ebenso gut oder gar besser erfüllt werden können oder wenn im Einzelfall die Anwendung der Norm unverhältnismässig sei. Das Verwaltungsgericht Zürich habe zu Recht einen Absatz von min. 3 cm oder einen Schrägabschluss von min. 4 cm Höhe verlangt, da bei diesen Trottoirüberfahrten keine „wichtigen Gründe“ ein Abweichen von der Norm rechtfertigen würden.


Taktile Ausgestaltung des Überfahrtsbereichs:
Das Bundesgericht führt weiter aus, dass es offensichtlich sei, dass Fussgänger auf Trottoirüberfahrten trotz ihrer Vortrittsberechtigung einer höheren Gefahr ausgesetzt seien als an anderen Stellen des Trottoirs. Die Anordnung einer taktil erfassbaren Belagsstruktur der Trottoirüberfahrten erweise sich als verhältnismässig. In Betracht kämen insbesondere taktil-visuelle Markierungen nach VSS-Norm SN 640 852.

 

Merkblatt 17 Trottoirüberfahrten (Entwurf)

Auf Trottoirüberfahrten haben Fussgängerinnen und Fussgänger vortritt. Da das Trottoir von einmündenden Fahrzeugen gequert wird, besteht jedoch ein Konfliktpotenzial und damit ein Sicherheitsrisiko für Menschen mit Sehbehinderung und speziell auch für Kinder, wie die Unfallstatistik zeigt. In unseren Richtlinien „Strassen, Wege, Plätze“ wird eine taktil und optisch erkennbare Belagsänderung des Trottoirs im Überfahrbereich empfohlen.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass eine solche Belagsänderung nicht den erhofften Informationswert hat und auch kaum umgesetzt werden kann. Eindeutig erforderlich und inzwischen sogar mit einem Bundesgerichtsurteil untermauert ist die Forderung nach einer Trennung des Trottoirbereichs von den angrenzenden Fahrbahnen durch einen Absatz von mindestens 3 cm Höhe sowie die taktile Kennzeichnung des Übergangsbereichs. Die Fachkommission für sehbehinderten- und blindengerechtes Bauen schlägt vor diese Kennzeichnung mit einer taktil-visuellen Markierung aus zu führen, bestehend aus zwei Aufmerksamkeitsfeldern im sicheren Trottoirbereich welche mit Leitlinien verbunden sind.

Seitens des VSS werden mit einer Forschungsarbeit die baulichen Rahmenbedingungen für Trottoirüberfahrten untersucht und eine entsprechende Norm vorbereitet. In diesem Zusammenhang wird am Beispiel der neu gestalteten Seefeldstrasse in Zürich untersucht, ob die taktil-visuellen Markierungen den erwarteten Nutzen für Menschen mit Sehbehinderung bringen. Gleichzeitig sollen die Videobeobachtungen zeigen, ob die taktil-visuellen Markierungen das Verkehrsverhalten von Fussgängern und Autolenkern positiv beeinflussen.

Die Erkenntnisse werden ins Merkblatt 17 einfliessen, welches vorläufig als Entwurf vorliegt.



Enwurf Merkblatt 17 Trottoirüberfahrten
Bild zu Beitrag:46

 

SIA 500 Hindernisfreie Bauten

Die Norm SIA 500 "Hindernisfreie Bauten" ist 2009 publiziert und in Kraft gesetzt worden und ersetzt die SN 521 500 (1988). Für das sehbehindertengerechte Bauen bringt die Norm präzisere Anforderungen insbesondere für die "weichen" Faktoren wie Orientierungshilfen, Beleuchtung und Kontrast. Sie ist für öffentlich zugängliche Bauten, öffentliche Bereiche von Bauten mit Arbeitsplätzen und im Wohnungsbau für den Zugang bis zur Wohnungstüre anwendbar. Für den Strassen- und Verkehrsraum wird als Ersatz für die SN 521 500 das VSS-Normenwerk ergänzt, vgl. Forschungsprojekt "Hindernisfreier Verkehrsraum"

 

Merkblatt 16 Randabschlüsse

Im Zusammenhang mit der Erarbeitung von "Strassen Wege Plätze" hat die Fachkommission die Frage der Randabschlüsse an Fussgängerstreifen ausführlich behandelt und auf der Basis von Tests eine Alternative zum Absatz von 3 cm mit einem schrägen Randstein von 13-16 cm Breite und einer Niveaudifferenz von 4 cm erarbeitet.

Im Merkblatt 16 "Randabschlüsse" werden die verschiedenen Trennelemente und ihre Eignung für die unterschiedlichen Verkehrssituationen detailliert aufgeführt. Das Merkblatt 16 ergänzt die Richtlinien für behindertengerechte Fusswegnetze "Strassen, Wege, Plätze".



Merkblatt 16 "Randabschlüsse"
Bild zu Beitrag:22

 

Positionspapier: Fussgängerstreifen in Tempo 30 - Zonen

Gemäss Verordnung des Bundes über die Tempo-30-Zonen und die Begegnungszonen 741.213.3 sind in Tempo-30-Zonen Fussgängerstreifen nur zulässig, wenn besondere Vortrittsbedürfnisse für Fussgänger dies erfordern, namentlich bei Schulen und Heimen. Für blinde und sehbehinderte Personen sind Fussgängerstreifen wichtige Orientierungshilfen welche ihre Sicherheit massgeblich erhöhen. Wird ihr Vortrittsbedürfnis nachgewiesen, können Fussgängerstreifen in Tempo-30 Zonen markiert werden, auch fern von Schulen und Heimen. Mit „namentlich“ werden im Sinne der Verordnung wichtige Beispiele aufgezählt, die Aufzählung ist jedoch nicht abschliessend. Mit dem Positionspapier zur Frage von Fussgängerstreifen in Tempo-30-Zonen und Begegnungszonen nimmt die Fachkommission Stellung zu Querungshilfen in diesen verkehrsberuhigten Zonen.



Positionspapier Fussgängerstreifen
Bild zu Beitrag:20

 

Merkblatt 14 Leitliniensystem Schweiz

Als Planungshilfe für taktil-visuelle Markierungen ist bei der Fachstelle das Merkblatt 14 „Leitliniensystem Schweiz“ in deutsch und französisch erhältlich. Das Merkblatt erläutert Planungsgrundsätze und einfache Anwendungen. Für komplexe Situationen werden Anwendungskriterien und das Vorgehen bei der Planung aufgezeigt. Ziel ist eine einheitliche Anwendung taktil-visueller Markierungen, damit sie von blinden und sehbehinderten Personen erkannt und richtig interpretiert werden können.



Merkblatt 14 "Leitliniensystem Schweiz"
Bild zu Beitrag:18

 

VSS-Norm Taktil-visuelle Markierungen

Die VSS-Norm SN 640 852 „Taktil-visuelle Markierungen für blinde und sehbehinderte Fussgänger“ legt die Ausgestaltung von Markierungen wie Form, Farbe und Abmessungen fest und gibt Anwendungsbeispiele. Die Norm gilt als Weisung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK. Sie kann beim Schweizerischen Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute, VSS bezogen werden.



www.vss.ch

 

Sehbehindertengerechtes Bauen - rechtliche Grundlagen, Checklisten

Als Hilfsmittel für die Interessenvertretung bei der Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes steht das Merkblatt 13 "Sehbehindertengerechtes Bauen – rechtliche Grundlagen, Checklisten" zur Verfügung. Es enthält Informationen zum BehiG sowie Checklisten für die Bereiche Strassenraum, öffentlich zugängliche Bauten und Wohnbauten basierend auf den geltenden Normen und Richtlinien.



Merkblatt 13 "Sehbehindertengerechtes Bauen"
Bild zu Beitrag:23

 

Umsetzung des Sehbehindertengerechten Bauens

Die Fachkommission hat ein Konzept zur Umsetzung des sehbehindertengerechten Bauens entwickelt. Damit sollen die Instrumente des BehiG bestmöglich ausgeschöpft und die Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfeorganisationen, Institutionen und Fachleuten des Sehbehindertenwesens mit den Fach- und Beratungsstellen für Behindertengerechtes Bauen optimiert werden. In jedem Kanton wird als Ergänzung zur Beratungsstelle für Behindertengerechtes Bauen eine Fachperson für Orientierung- und Mobilität bestimmt, welche bei Planung- und Bauvorhaben bei gezogen werden kann um spezifische Anforderungen von Menschen mit Sehbehinderungen ein zu bringen. Die spezialisierten Mobilitätsfachpersonen werden mit Fortbildungsangeboten und regelmässigem Austausch bei ihrer Aufgabe unterstützt. Die Adresse der für ihre Region zuständigen Kontaktperson finden sie im folgenden Link



Umsetzungskonzept
Bild zu Beitrag:47

 

Broschüren, Merkblätter, weitere Publikationen

Broschüren:
• Strassen, Wege, Plätze - Richtlinien "Behindertengerechte Fusswegnetze” Mai 2003
• Richtlinien zur Planung und Bestimmung visueller Kontraste, Juni 2014

Merkblätter:
• Merkblatt 13 "Sehbehindertengerechtes Bauen”, Rechtliche Grundlagen, Checklisten, Dezember 2005
• Merkblatt 14 "Leitliniensystem Schweiz”, Taktil-visuelle Markierungen für blinde und sehbehinderte Fussgänger, Dezember 2005
• Merkblatt 15 "Fussgänger-Lichtsignale”, Akustische und taktile Signale für blinde und sehbehinderte Fussgänger, Vorabzug März 2011
• Merkblatt 16 "Randabschüsse", Juli 2007
• Merkblatt 17 "Trottoirüberfahrten", Entwurf Stand März 2010
• Merkblatt 18 "Hindernisfreie Gehflächen", Anforderungen an Gestalt und Anordnung von Ausstattungselementen auf Gehflächen, Januar 2012

Berichte und Stellungnahmen:
• Forschungsbericht "Hindernisfreier Verkehrsraum; Anforderungen aus Sicht von Menschen mit Behinderung", August 2010
• Positionspapier zur Frage von Fussgängerstreifen
in Tempo-30-Zonen und Begegnungszonen, August 2005
• Trottoir und Randabschlüsse – Test von Varianten mit sehbehinderten Personen und Personen im Rollstuhl, Testbericht und Auswertung, Januar 2003
• Gestaltung von Kreiselanlagen, Dezember 1995
• Grundsätze für visuelle und taktile Markierungen auf Bahn- und Perronanlagen, März 2002
• Liste der Anforderungen an Perronanlagen, Bahnhöfe und Stationen aus Sicht sehbehinderter und blinder Reisender, April 2001
• Grundsätze für Leitsysteme, Mai 2001
• Zusammenfassende Auswertung Leitlinientest Hauptbahnhof Zürich, Juli 1996
• Dokumentation Leitlinientest HBZ, September 1996
• Eignung von Schriften als Reliefschrift, Testbericht, April 1998
• Empfehlungen für Lifttastaturen, März 1999
• Kriterien für die Benutzbarkeit von Postomaten durch Sehbehinderte und Blinde, Oktober 1995

Artikel:
• Hindernisfreie Verkehrsräume, Artikel in "strasse und verkehr" 12/2010, Zeitschrift des Schweiz. Vergandes der Strassen- und Verkehrsfachleute VSS
• Ampelzusatzgeräte: akustisch + taktil , Info Fachstelle 25/96, April 1996
• Leitlinientest im Hauptbahnhof Zürich, Info Fachstelle 26/96, Oktober 1996
• Kontrastreiche Gestaltung, Info Fachstelle 28/97, Oktober 1997
• Leitlinien-System Schweiz, Info Fachstelle 29/98, Oktober 1998
• Ampelzusatzgeräte – neuer Test, Info Fachstelle 31/2000, April 2000
• Grünes Licht für Blinde an Ampelanlagen,
Info Fachstelle 32/2000, Dezember 2000
• Vorsicht Werbung!, Info Fachstelle 33/01, Mai 2001
• Wahrnehmung – Orientierung – Sicherheit (Tagungsbericht)
Info Fachstelle 36/02, Oktober 2002
• Test von Trottoir- und Randabschlüssen
Info Fachstelle 37/03, April 2003